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Yvonne Fuchs und der SPD Uster im Portrait

Yvonne Fuchs, Leiterin Schulpsychologischer Dienst in Uster, erzählt, was den Arbeitsalltag ausmacht und was sie an ihrer Arbeit immer wieder überrascht.

Wie sieht euer Arbeitsalltag beim Schulpsychologischen Dienst aus?

Yvonne Fuchs: Unsere Tage sind sehr vielseitig und reichhaltig. Ich beschreibe gerne einen beispielhaften Tag: Am Morgen besucht uns ein Kind mit seinen Eltern. Die Psychologin führt ein Gespräch mit den Eltern und erfährt, was sie beschäftigt. Nach dem Gespräch macht die Psychologin verschiedene spielerische Aufgaben mit dem Kind (testpsychologische Abklärung). Anschliessend wertet die Psychologin die durchgeführten Tests aus. Am Nachmittag stehen diverse Telefontermine an. Eine Schulleitung, eine Mutter sowie eine Lehrperson wenden sich mit ihren Anliegen an uns. Wir hören ihnen zu und besprechen mit den Beteiligten die nächsten Schritte. Um 16 Uhr findet ein schulisches Standortgespräch im Schulhaus statt. Die zuständige Lehrperson, die schulische Heilpädagogin, die Eltern, die Schulleitung und die Psychologin des SPD besprechen die Situation des Kindes. Gemeinsam wird nach Lösungen gesucht.

Wenn ein Kind mit einer Sorge, einem Problem oder einer schwierigen Situation zu euch kommt: Wie geht ihr vor, damit es sich bei euch verstanden und ernst genommen fühlt?

Das Kind kommt beim ersten Kontakt mit seinen Eltern zu uns und erfährt in einem ersten Schritt Sicherheit über die Anwesenheit der Eltern. Während die Eltern anwesend sind, kommen wir mit dem Kind ins Gespräch zu seinen Erlebnissen in der Schule, in der Freizeit, mit Freundinnen und Freunden. Der Kontakt zum Kind erfolgt freundlich, wertschätzend und stets mit dem Fokus, was das Kind neben den Schwierigkeiten alles gut kann. Es ist wichtig, dass sich das Kind in unserer Anwesenheit wohl genug fühlt, auch wenn die Eltern nicht mit dabei sind. Danach erfolgt ein Einzelkontakt zum Kind, bei dem wir gemeinsam tätig sind (spielerische Aufgaben). Diesen Teil schätzen die meisten Kinder sehr. Sie fühlen sich im Einzelkontakt gesehen und meistens gut aufgehoben.

Was ist das wichtigste Ziel des Schulpsychologischen Dienstes? Was möchtet ihr mit eurer Arbeit für die Kinder, ihre Familien und die Schule erreichen?

Die Schule ist ein zentraler Ort für die Kinder. Dass sie sich in der Schule wohl und sicher fühlen, ist für ihre Entwicklung sehr wichtig. Die Kinder lernen am besten, wenn es ihnen gut geht. Durch gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus können viele Probleme frühzeitig angegangen und gemeinsam erste Lösungen gefunden werden. Gelingt dies nicht oder braucht es weiterführendes psychologisches Wissen fürs Verständnis der Thematik, werden wir einbezogen. Wir unterstützen gerne mit unserer Erfahrung, unserem psychologischem Fachwissen und unseren diagnostischen Fähigkeiten. Unser Ziel ist es, dass das Kind sein psychisches Wohlbefinden, das Gefühl der Selbstwirksamkeit und die Freude am Besuch der Schule wieder finden kann.

«Dass sich die Kinder in der kurzen Zeit der Abklärungssituation öffnen ist nicht selbstverständlich und immer wieder überraschend schön»

Der Schulpsychologische Dienst hat eine neue Homepage. Was war euch bei der Neugestaltung wichtig und was soll die neue Homepage für Kinder, Eltern und Lehrpersonen einfacher oder besser machen?

Der Schulpsychologische Dienst bietet Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche, Eltern, schulische Fachpersonen und Schulbehördenmitglieder an. Uns ist es wichtig, dass diese Dienstleistungen sichtbar sind und der schulpsychologische Dienst, der auf der bisherigen Homepage durch einen kurzen Text beschrieben war, nun auch durch Bilder ein Gesicht bekommt. Alle Anspruchsgruppen finden auf unserer neuen Homepage rasch, mit welchen Anliegen und wie sie sich an uns wenden können. Wir freuen uns über die gelungene Homepage, die den schulpsychologischen Dienst sehr gut darstellt.

Du lernst in deinem Beruf sehr unterschiedliche Kinder kennen. Gibt es etwas, das dich an Kindern immer wieder überrascht?

Kinder sind neugierig und spielerisch unterwegs. Sie drücken oftmals spontan aus, was sie beschäftigt, frisch und munter und noch weniger überlegt als Erwachsene. Sie zeigen uns mit diesen Fähigkeiten, wo ihre Bedürfnisse liegen. Wenn wir Schulpsychologinnen und -psychologen diese lesen können, entsteht ein Kontakt, der gegenseitig Freude bereitet. Die Offenheit der Kinder hilft uns, ihre Situation gut zu erfassen und in Zusammenarbeit mit den Eltern und den schulischen Fachpersonen die notwendigen Veränderungen zum Wohl der Kinder anzugehen. Dass sich die Kinder in der kurzen Zeit der Abklärungssituation öffnen, ist nicht selbstverständlich und immer wieder überraschend schön.

Einblicke in den Schulpsychologischen Dienst Uster.
Einblicke in den Schulpsychologischen Dienst Uster.

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